Dehydriert Kaffee den Körper?
Nein — ein längst widerlegter Mythos. Kaffee hat eine leicht harntreibende Wirkung, aber die Flüssigkeit gleicht sich aus. Die DGE bestätigt: Kaffee zählt zur täglichen Flüssigkeitsbilanz.
Warum das so ist
Der Mythos hält sich hartnäckig: „Zu jeder Tasse Kaffee ein Glas Wasser, weil Kaffee dem Körper Wasser entzieht.” Das stimmt so nicht — und die Wissenschaft hat es mehrfach widerlegt.
Was tatsächlich passiert:
Koffein wirkt leicht diuretisch — es regt die Nieren an, etwas mehr Urin zu produzieren. Aber dieser Effekt ist minimal und wird durch die Flüssigkeitsmenge im Kaffee selbst mehr als ausgeglichen. Eine Tasse Kaffee enthält rund 200 ml Wasser. Der diuretische Effekt „kostet” vielleicht 20–30 ml davon — netto bleibt ein Flüssigkeitsplus.
Was die Forschung sagt:
- Eine vielzitierte Studie der Universität Birmingham (2014) verglich Wasser und Kaffee als Flüssigkeitsquellen: Kein signifikanter Unterschied in der Hydratation.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zählt Kaffee offiziell zur Flüssigkeitsbilanz.
- Der diuretische Effekt nimmt bei regelmäßigem Konsum durch Gewöhnung weiter ab.
Woher kommt der Mythos?
Vermutlich von einer Studie aus den 1920er-Jahren, die nach hohen Einzeldosen Koffein (isoliert, nicht als Kaffee) eine verstärkte Urinproduktion feststellte. Das wurde unkritisch auf normalen Kaffeekonsum übertragen und hat sich in der Allgemeinbildung festgesetzt.
Das Glas Wasser zum Kaffee ist trotzdem eine gute Idee — nicht wegen Dehydrierung, sondern weil es den Gaumen neutralisiert und man die Kaffeearomen besser schmeckt.
In der Praxis bei Green Wall Coffee
In der Sophienstraße 27 servieren wir zu jedem Espresso ein Glas Wasser — nicht als medizinische Notwendigkeit, sondern als Genussritual. Ein Schluck Wasser vor dem ersten Schluck Kaffee reinigt den Gaumen und macht die Aromen intensiver.
Komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.