Welchen Mahlgrad brauche ich für French Press?
Grob — etwa wie grobes Meersalz oder Kandiszucker. Die French Press brüht per Immersion (Kaffee steht im Wasser), daher würde feiner Mahlgrad schnell überextrahieren und die Tasse schlammig machen.
Warum das so ist
Die French Press funktioniert grundlegend anders als ein Handfilter oder eine Espressomaschine. Bei der French Press bleibt das Kaffeemehl über die gesamte Brühzeit (typisch 4 Minuten) im Wasser — ein sogenanntes Immersionsverfahren. Es gibt keinen Filter, der das Wasser vom Kaffee trennt, solange der Stempel oben bleibt. Das bedeutet: Die Kontaktzeit ist lang, und das Mahlgut muss darauf abgestimmt sein.
Feines Kaffeemehl würde bei 4 Minuten Kontaktzeit hoffnungslos überextrahieren — das Ergebnis wäre bitter, harsch und unangenehm. Gleichzeitig lässt das Metallsieb der French Press feine Partikel durch: Je feiner gemahlen, desto mehr Sediment landet in der Tasse. Das Ergebnis ist schlammiger Kaffee mit Bodensatz und bitterem Geschmack.
Grober Mahlgrad löst beide Probleme. Die großen Partikel extrahieren langsamer, sodass auch bei 4 Minuten eine ausgewogene Tasse entsteht. Und sie werden vom Metallsieb zuverlässig zurückgehalten.
Als Referenz: Die Partikel sollten so groß sein wie grobes Meersalz oder leicht zerstoßene Pfefferkörner. Man sieht die einzelnen Stücke deutlich mit bloßem Auge. Wenn das Mahlgut wie feiner Sand aussieht, ist es für die French Press zu fein.
Die Ziehzeit von 4 Minuten ist ein guter Startpunkt. Wer einen milderen Kaffee möchte, kann die Zeit auf 3:30 verkürzen. Wer mehr Körper und Intensität will, kann auf 5–6 Minuten verlängern — dann aber noch gröber mahlen, um Bitterkeit zu vermeiden.
Ein Tipp gegen Sediment: Nach dem Herunterdrücken des Stempels den Kaffee sofort umfüllen. Bleibt er in der French Press stehen, extrahiert er weiter, weil das Kaffeemehl unter dem Sieb weiterhin mit dem Wasser in Kontakt ist.
In der Praxis bei Green Wall Coffee
Im Café in der Sophienstraße 27 gibt es Filterkaffee aus dem Batch Brewer, French Press steht nicht auf der Karte. Für zuhause gilt: deutlich gröber mahlen als für die V60, der Unterschied ist mit bloßem Auge sichtbar. Wenn Gäste zuhause schlammigen French-Press-Kaffee haben, ist die Lösung fast immer: gröber mahlen. Das ist der häufigste Fehler bei dieser Methode.
Du findest uns in der Sophienstraße 27 in Berlin-Lichtenberg, montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr.
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