Was ist Direct Trade und warum gilt es als fairer?
Die Rösterei kauft direkt beim Produzenten — ohne Zwischenhändler. Dadurch fließt ein höherer Anteil zum Farmer, oft das Mehrfache des Fairtrade-Mindestpreises. Allerdings: Direct Trade ist kein geschützter Begriff, jeder kann ihn verwenden.
Was ist Direct Trade und warum gilt es als fairer?
Die Rösterei kauft direkt beim Produzenten — ohne Zwischenhändler. Dadurch fließt ein höherer Anteil zum Farmer, oft das Mehrfache des Fairtrade-Mindestpreises. Allerdings: Direct Trade ist kein geschützter Begriff, jeder kann ihn verwenden.
Warum das so ist
Der traditionelle Kaffeehandel hat viele Stationen: Farmer → Zwischenhändler → Exporteur → Importeur → Rohkaffeehändler → Rösterei. Bei jedem Schritt bleibt eine Marge — und der Farmer am Anfang der Kette bekommt oft nur einen Bruchteil des Endpreises.
Wie Direct Trade funktioniert:
- Die Rösterei besucht die Farm oder Kooperative persönlich.
- Qualität wird gemeinsam bewertet und ein Preis vereinbart — meist deutlich über dem Weltmarktpreis.
- Langfristige Beziehungen entstehen: Die Rösterei kauft über Jahre hinweg vom selben Produzenten.
- Feedback fließt zurück: Die Rösterei teilt dem Farmer mit, was gut funktioniert und was verbessert werden kann.
Preisvergleich:
| Preis pro Pfund (ca.) | |
|---|---|
| Weltmarktpreis (C-Price) | 1,00–2,00 USD |
| Fairtrade-Mindestpreis | 1,80 USD |
| Direct Trade (Specialty) | 3,00–8,00 USD |
| Micro-Lot / Auktionskaffee | 10–50+ USD |
Warum es als fairer gilt:
- Mehr Geld beim Farmer — die Zwischenhändler-Margen entfallen.
- Qualitätsanreiz: Bessere Qualität = höherer Preis. Das motiviert Farmer, in Aufbereitung und Anbau zu investieren.
- Planungssicherheit durch langfristige Partnerschaften.
- Wissenstransfer in beide Richtungen.
Kritik an Direct Trade:
- Kein geschützter Begriff. Es gibt keine unabhängige Zertifizierung. Eine Rösterei, die einmal eine Farm besucht hat, kann „Direct Trade” auf die Tüte drucken.
- Nicht skalierbar. Persönliche Farmbesuche und direkte Verhandlungen sind aufwendig — das können nur größere oder sehr engagierte Röstereien leisten.
- Keine Mindeststandards. Anders als Fairtrade gibt es keine verbindlichen Sozial- oder Umweltstandards.
- Transparenz-Problem. Ohne Audit kann der Konsument nicht überprüfen, ob die Rösterei tatsächlich fair bezahlt.
In der Praxis bei Green Wall Coffee
In der Sophienstraße 27 arbeiten wir mit Röstereien, die ihre Direct-Trade-Beziehungen offenlegen — Farmname, Region, bezahlter Preis. Transparenz ist der Schlüssel: Wenn eine Rösterei „Direct Trade” schreibt, aber keine Details nennt, fragen wir nach.
Verwandte Fragen
- Was unterscheidet Fairtrade, Direct Trade und Rainforest Alliance?
- Warum kostet Specialty Coffee mehr als Supermarktkaffee?
- Was ist Specialty Coffee?
Komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.
Besuche uns in Lichtenberg!
Komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.
Wegbeschreibung & Details