Green Wall Coffee
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Was ist nasse Aufbereitung (washed)?

Bei der nassen Aufbereitung wird das Fruchtfleisch direkt nach der Ernte entfernt, die Bohne in Wasser fermentiert (12–48 Stunden), gewaschen und getrocknet. Das Ergebnis: ein klares, sauberes Tassenprofil.

Was ist nasse Aufbereitung (washed)?

Bei der nassen Aufbereitung wird das Fruchtfleisch direkt nach der Ernte entfernt, die Bohne in Wasser fermentiert (12–48 Stunden), gewaschen und getrocknet. Das Ergebnis: ein klares, sauberes Tassenprofil.

Warum das so ist

Die nasse Aufbereitung (englisch: washed process) ist die aufwendigste und wasserintensivste der drei klassischen Aufbereitungsmethoden. Sie liefert aber auch die “saubersten” Geschmacksprofile — die Aromen der Bohne selbst kommen unverfälscht zum Vorschein, ohne Einfluss des Fruchtfleischs.

Der Ablauf in vier Schritten: Erstens werden die Kirschen innerhalb weniger Stunden nach der Ernte in einem Depulper (einer mechanischen Entrpulpungsmaschine) vom Fruchtfleisch befreit. Zweitens kommen die Bohnen mit der noch anhaftenden Schleimschicht (Mucilage) in Fermentationsbecken, wo Mikroorganismen die Mucilage über 12–48 Stunden zersetzen. Drittens werden die Bohnen mit klarem Wasser gewaschen, um alle Rückstände zu entfernen. Viertens trocknen sie auf Hochbeeten (African beds) oder Patios in der Sonne, bis sie einen Feuchtigkeitsgehalt von 10–12 % erreichen.

Die Fermentation ist der kritische Schritt. Zu kurz, und die Mucilage bleibt, was den Kaffee schleimig und adstringent machen kann. Zu lang, und es entwickeln sich unangenehme, essig-artige Fehlaromen. Erfahrene Aufbereiter kontrollieren Temperatur, pH-Wert und Dauer minutiös.

Geschmacklich ergibt die nasse Aufbereitung Kaffees mit ausgeprägter Säure, floralen Noten und einem klaren, transparenten Körper. Der Kaffee schmeckt “nach sich selbst” — Varietät und Terroir kommen unverfälscht durch. Typische Beispiele: kolumbianischer Huila (Karamell, Zitrus), kenianischer AA (Johannisbeere, Tomate), äthiopischer Yirgacheffe gewaschen (Jasmin, Bergamotte).

In der Praxis bei Green Wall Coffee

In unserem Café in der Sophienstraße 27 in Berlin-Lichtenberg sind die meisten Filterkaffees washed aufbereitet — weil die klaren Aromenprofile im Pour-Over am besten zur Geltung kommen. Wenn Gäste fragen, was “washed” auf der Tüte bedeutet, erkläre ich den Unterschied anhand von zwei Kaffees nebeneinander: ein gewaschener äthiopischer (blumig, klar) neben einem natural äthiopischen (beerig, süß). Gleiche Herkunft, anderer Prozess — völlig anderer Geschmack.

Verwandte Fragen

Mehr Tiefe zum Thema findest du im Artikel Espresso perfekt zubereiten. Oder komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.

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