Wie lange sollte ein Espresso durchlaufen?
25–30 Sekunden für einen doppelten Espresso mit 18 g Dosis und 36 g Auslauf. Kürzer bedeutet unterextrahiert (sauer, dünn), länger bedeutet überextrahiert (bitter, holzig). Bei hellen Röstungen werden teils längere Zeiten gefahren.
Wie lange sollte ein Espresso durchlaufen?
25–30 Sekunden für einen doppelten Espresso mit 18 g Dosis und 36 g Auslauf. Kürzer bedeutet unterextrahiert (sauer, dünn), länger bedeutet überextrahiert (bitter, holzig). Bei hellen Röstungen werden teils längere Zeiten gefahren.
Warum das so ist
Die Durchlaufzeit ist kein Ziel an sich, sondern ein Indikator. Sie zeigt an, wie lange das Wasser unter 9 bar Druck mit dem Kaffeemehl in Kontakt war — und damit, wie viel aus dem Kaffee extrahiert wurde.
In 25–30 Sekunden werden bei einem 1:2 Ratio (18 g rein, 36 g raus) etwa 18–22 % der löslichen Stoffe aus dem Kaffeemehl gelöst. Das ist der Bereich, in dem Süße, Fruchtigkeit und Körper in Balance sind.
Unter 20 Sekunden: Das Wasser schießt zu schnell durch. Es löst hauptsächlich die leicht zugänglichen Fruchtsäuren und Zucker, aber nicht genug, um eine ausgewogene Tasse zu füllen. Der Espresso schmeckt dünn, wässrig und unangenehm sauer. Die Crema ist blass und dünn. Lösung: feiner mahlen.
Über 35 Sekunden: Das Wasser steht zu lange im Kontakt mit dem Kaffeemehl. Nach den Säuren und der Süße werden zunehmend Bitterstoffe und herbe Verbindungen gelöst. Der Espresso schmeckt bitter, trocken, holzig oder aschig. Die Crema wird dunkel und fleckig. Lösung: gröber mahlen.
Eine Ausnahme bilden moderne, helle Röstungen in der Specialty-Szene. Manche Baristas fahren bewusst längere Extraktionszeiten (30–40 Sekunden) mit höherer Temperatur und feinerem Mahlgrad, um mehr Komplexität und Süße aus diesen dichten, säurebetonten Bohnen zu holen. Das ist ein bewusster Stilbruch, kein Fehler — und erfordert Erfahrung und gutes Equipment.
Wichtig: Die Durchlaufzeit allein sagt wenig aus. 25 Sekunden können bei falscher Dosis trotzdem schlechten Espresso ergeben. Deshalb immer alle Parameter zusammen betrachten: Dosis, Ratio, Zeit und Geschmack.
In der Praxis bei Green Wall Coffee
In der Sophienstraße 27 liegt unsere typische Bezugszeit bei 27–28 Sekunden für einen Double mit 18 g. Bei besonders hellen, fruchtigen Single Origins gehe ich manchmal auf 32–33 Sekunden — bewusst länger, um die Süße herauszukitzeln. Der Timer auf der Maschine läuft bei jedem Bezug mit. Wer zuhause keinen Timer hat: Die Stoppuhr auf dem Handy tut es auch.
Verwandte Fragen
- Wie bereite ich den perfekten Espresso zu?
- Was ist das ideale Espresso-Ratio?
- Mein Espresso schießt durch — was tun?
Mehr Tiefe zum Thema findest du im Artikel Espresso perfekt zubereiten. Oder komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.
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