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Wer hat den Kaffee entdeckt? (Die Legende von Kaldi)

Die bekannteste Legende nennt Kaldi, einen äthiopischen Ziegenhirten, dessen Ziegen nach dem Fressen roter Kirschen besonders munter wurden. Historisch belegt ist das nicht.

Wer hat den Kaffee entdeckt? (Die Legende von Kaldi)

Die bekannteste Legende nennt Kaldi, einen äthiopischen Ziegenhirten, dessen Ziegen nach dem Fressen roter Kirschen besonders munter wurden. Historisch belegt ist das nicht.

Warum das so ist

Die Kaldi-Legende geht so: Ein Hirte im äthiopischen Hochland bemerkte, dass seine Ziegen nach dem Fressen bestimmter roter Beeren ausgelassen herumsprangen und nachts nicht schlafen wollten. Er brachte die Beeren zu einem Mönch, der sie ins Feuer warf — und vom Duft der röstenden Samen so beeindruckt war, dass er ein Getränk daraus aufgoss.

Die Geschichte tauchte erstmals im 17. Jahrhundert in europäischen Quellen auf, Jahrhunderte nach der vermuteten Entdeckung. Historiker halten sie für eine nachträgliche Erzählung, nicht für eine faktische Überlieferung. Es gibt keine zeitgenössischen äthiopischen Dokumente, die Kaldi erwähnen.

Was historisch gesichert ist: Kaffee wurde spätestens ab dem 15. Jahrhundert im Jemen als Getränk zubereitet. Davor wurden die Kaffeekirschen in Äthiopien vermutlich gekaut oder als Brei verarbeitet — nicht als aufgegossenes Getränk. Die Sufi-Mönche im Jemen entwickelten das Rösten und Brühen, wie wir es heute kennen. Sie nutzten Kaffee als Wachmacher für nächtliche Gebete.

Warum die Legende trotzdem wichtig ist: Sie verbindet Kaffee mit seinem Ursprungsland Äthiopien und erzählt von der zufälligen Entdeckung, die eine ganze Industrie begründet hat. Jeder Barista kennt Kaldi — auch wenn es ihn vermutlich nie gab.

In der Praxis bei Green Wall Coffee

Die Kaldi-Geschichte erzähle ich in unserem Café in Berlin-Lichtenberg regelmäßig, wenn Gäste fragen, wie lange es Kaffee eigentlich schon gibt. An der Theke in der Sophienstraße hängt eine kleine Illustration der Legende — ein Gespräch-Starter, der immer funktioniert. Und wer danach einen äthiopischen Filterkaffee probiert, hat plötzlich eine ganz andere Verbindung zum Getränk in der Tasse.

Verwandte Fragen

Mehr Tiefe zum Thema findest du im Artikel Espresso perfekt zubereiten. Oder komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.

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