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Wie beeinflusst der Klimawandel den Kaffeeanbau?

Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für den Kaffeeanbau. Studien gehen davon aus, dass bis 2050 etwa die Hälfte der heutigen Arabica-Anbauflächen nicht mehr nutzbar sein wird.

Wie beeinflusst der Klimawandel den Kaffeeanbau?

Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für den Kaffeeanbau. Studien gehen davon aus, dass bis 2050 etwa die Hälfte der heutigen Arabica-Anbauflächen nicht mehr nutzbar sein wird.

Warum das so ist

Arabica ist eine anspruchsvolle Pflanze. Sie braucht Temperaturen zwischen 15 und 24 °C, gleichmäßigen Niederschlag, keine Frostnächte und keine extreme Hitze. Steigende Durchschnittstemperaturen verschieben die Zonen, in denen diese Bedingungen gegeben sind, nach oben — und in den Bergen wird der Platz irgendwann knapp.

Die Folgen sind bereits sichtbar. In Brasilien, dem weltgrößten Kaffeeproduzenten, haben Dürren und Frosteinbrüche in den Jahren 2021 und 2022 die Ernte um bis zu 30 % reduziert und die Weltmarktpreise in die Höhe getrieben. In Mittelamerika hat der Kaffeerost (Hemileia vastatrix), begünstigt durch wärmere und feuchtere Bedingungen, zwischen 2012 und 2014 rund 2,7 Millionen Arbeitsplätze gekostet.

Vier Hauptrisiken treiben die Krise: Erstens steigende Temperaturen, die Arabica stressen und die Reifezeit verkürzen — weniger Zucker, weniger Aroma. Zweitens veränderte Niederschlagsmuster — zu viel Regen zur falschen Zeit oder Dürre in der Wachstumsphase. Drittens der wachsende Schädlings- und Krankheitsdruck, da Pilze und Insekten in wärmeren Regionen aggressiver sind. Viertens extreme Wetterereignisse — Hagel, Stürme, Frost —, die ganze Ernten vernichten können.

Die Kaffeebranche reagiert auf mehreren Ebenen. Forscher züchten klimaresistente Hybriden — Kreuzungen aus Arabica und Robusta, die Hitze besser vertragen und trotzdem geschmacklich überzeugen. Farmer investieren in Schattenbäume, die die Temperatur in Plantagen um 2–4 °C senken. Und Specialty Robusta gewinnt an Bedeutung, weil Robusta hitzeresistenter ist als Arabica.

In der Praxis bei Green Wall Coffee

In unserem Café in der Sophienstraße 27 in Berlin-Lichtenberg spüren wir den Klimawandel indirekt: Preise steigen, Verfügbarkeiten schwanken, manche Lots gibt es von einer Saison auf die nächste nicht mehr. Ich spreche mit Gästen offen darüber — der Kaffee in der Tasse ist kein selbstverständliches Produkt. Wer Specialty Coffee trinkt, unterstützt Farmer, die in Qualität und Nachhaltigkeit investieren, statt auf Massenproduktion zu setzen. Das allein löst den Klimawandel nicht — aber es schafft bessere Bedingungen für die Menschen, die unseren Kaffee anbauen.

Verwandte Fragen

Mehr Tiefe zum Thema findest du im Artikel Espresso perfekt zubereiten. Oder komm vorbei in der Sophienstraße 27 — Mo–Fr 8–17 Uhr, Sa 10–17 Uhr.

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