Verdienen Kaffeebauern wirklich Geld am Kaffeepreis?

Von Norbert Ahnsorge (Inhaber) · Veröffentlicht · aktualisiert

In der konventionellen Kette meist sehr wenig — ein Bauer erhält oft nur 5–10 % des Endpreises. Bei Fairtrade und Direct Trade liegt der Anteil deutlich höher, bei 15–30 %.

Warum das so ist

Kaffee durchläuft auf dem Weg vom Strauch in deine Tasse viele Hände: Farmer, Kooperative, Exporteur, Importeur, Röster, Händler. Jede Station nimmt ihren Anteil — und der Farmer steht am Anfang der Kette, wo die Margen am kleinsten sind.

Die Zahlen im konventionellen Handel:

Fairtrade:

Fairtrade garantiert einen Mindestpreis (seit 2023 rund 4 USD/kg für gewaschenen Arabica) plus eine Prämie von 0,44 USD/kg für Gemeinschaftsprojekte. Das schützt vor Preisabstürzen, liegt aber immer noch unter dem, was viele Farmer bräuchten, um nachhaltig zu wirtschaften.

Direct Trade:

Specialty-Röstereien, die direkt von Farmen kaufen, zahlen oft deutlich mehr als den Weltmarktpreis. Der Vorteil: keine Zwischenhändler, direkte Beziehung, Qualitätsfeedback an den Farmer. Der Nachteil: Nicht zertifiziert, keine unabhängige Kontrolle.

Warum das wichtig ist:

Wenn ein Farmer keinen existenzsichernden Preis erhält, kann er nicht in Qualität investieren — keine selektive Ernte, keine sorgfältige Aufbereitung, kein Schattenanbau. Niedrige Preise führen zu niedrigerer Qualität, die zu noch niedrigeren Preisen führt. Ein Teufelskreis.

In der Praxis bei Green Wall Coffee

In der Sophienstraße 27 wissen wir, woher unsere Bohnen kommen: Unsere Röstereien nennen Herkunft und Produzenten. Transparenz ist uns wichtig — nicht als Marketing, sondern weil faire Preise die Grundlage für guten Kaffee sind.

Schau gern auf einen Kaffee vorbei — Green Wall Coffee, Sophienstraße 27 in Berlin-Lichtenberg, Mo–Fr 8–17 Uhr und Sa 10–17 Uhr.

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