Was bedeutet „Tasting Notes“ auf einer Kaffeetüte?

Von Norbert Ahnsorge (Inhaber) · Veröffentlicht · aktualisiert

Geschmacksbeschreibungen, die Röster oder Cupper bei der Verkostung wahrgenommen haben — z. B. Blaubeere, Schokolade, Karamell. Keine Zutaten, sondern Aromen, an die der Kaffee erinnert. Ähnlich wie Weinbeschreibungen.

Warum das so ist

„Blaubeere, Jasmin, brauner Zucker" — wer zum ersten Mal Tasting Notes auf einer Kaffeetüte liest, denkt oft: „Hier ist doch nur Kaffee drin." Und das stimmt. Tasting Notes beschreiben keine Zutaten, sondern Geschmacksassoziationen.

Wie Tasting Notes entstehen:

Kaffee enthält über 1.000 Aromaverbindungen — mehr als Wein. Diese Verbindungen erzeugen Geschmackseindrücke, die an andere Lebensmittel erinnern. Wenn ein Cupper „Blaubeere" notiert, heißt das: Eine bestimmte Kombination von Säure, Süße und Fruchtigkeit erinnert an Blaubeere — chemisch ähnliche Aromaverbindungen sind im Spiel.

Die häufigsten Kategorien:

Warum man sie nicht immer schmeckt:

Das SCA Flavor Wheel: Die SCA hat ein standardisiertes Geschmacksrad entwickelt, das über 100 Aromen in Kategorien ordnet. Es dient als gemeinsame Sprache für die Branche — wenn ein Cupper in Äthiopien „Blaubeere" notiert und ein Röster in Berlin „Blaubeere" liest, meinen sie dasselbe.

Tipps zum Schmecken: Kaffee schwarz probieren, langsam schlürfen, beim Abkühlen erneut probieren. Viele Aromen werden erst wahrnehmbar, wenn der Kaffee unter 60 °C abgekühlt ist.

In der Praxis bei Green Wall Coffee

Tasting Notes sind eine Orientierung, kein Versprechen. Ich sage Gästen in der Sophienstraße 27: Wenn du Schokolade schmeckst, obwohl „Blaubeere" draufsteht, ist das nicht falsch. Geschmack ist subjektiv — die Notes sind ein Startpunkt, kein Diktat.

Du findest uns in der Sophienstraße 27 in Berlin-Lichtenberg, montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 17 Uhr.

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